PV-RATGEBER · GLOBALSTRAHLUNG · SPEZIFISCHER ERTRAG

Sonneneinstrahlung in Deutschland: 1.086 kWh je Quadratmeter und Jahr.

Das ist das Flächenmittel — und darunter steht die Karte, die zeigt, wo Ihr Standort dazu liegt. Ein Klick auf die Stadt, ein Umschalter zwischen Einstrahlung und Ertrag. Genau dieser Umschalter macht sichtbar, was Strahlungskarten allein verschweigen: Mehr Sonne heißt nicht automatisch mehr Strom.

NStrahlungskarte DeutschlandDWD-Globalstrahlung · PVGIS-Ertrag
48° N50° N52° N54° NFlensburgRostockHamburgBerlinHannoverHalleLeipzigDresdenKasselKölnErfurtNürnbergStuttgartMünchenFreiburgKonstanz
Globalstrahlung1.0001.200 kWh/m²·a
SachsenLeipzig
1.090GlobalstrahlungkWh/m²·a · DWD 1991–2020
1.033Spezifischer ErtragkWh/kWp·a · PVGIS v5.2
Zum Deutschland-Mittel+4 kWh/m²·a
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Was die Sonne auf einen waagerechten Quadratmeter Boden schickt. DWD-Raster, vieljähriges Mittel 1991–2020.

Der Grund, warum beide Karten nötig sind

Freiburg bekommt mit 1.171 kWh/m²·a deutlich mehr Sonne ab als Leipzig mit 1.090 — und liefert trotzdem weniger Ertrag: 1.018 gegen 1.033 kWh je kWp und Jahr. Horizontabschattung im Rheingraben und höhere Modultemperatur fressen den Vorsprung auf. Schalten Sie oben um und sehen Sie zu, wie sich die Rangfolge dreht.

Ausgelesen für Leipzig (Sachsen) · Globalstrahlung.Globalstrahlung: DWD-Rasterdatensatz, vieljähriges Mittel 1991–2020. Deutschland-Flächenmittel 1.086 kWh/m²·a, Spanne über die Rasterzellen 9751.259.Spezifischer Ertrag: PVGIS v5.2 der EU-Kommission bei optimaler Ausrichtung, Datensatz SARAH2, 14 % Systemverluste. Für Hannover und Konstanz liegt jeweils nur einer der beiden Werte vor — geschätzt wird der andere nicht.Die Karte ist eine Planskizze mit grob aufgelöstem Grenzverlauf; die Städte sitzen auf ihren tatsächlichen Koordinaten. Sie ersetzt keine standortscharfe Rechnung: Zwischen zwei Nachbardörfern liegen selten Unterschiede, zwischen Tal- und Hanglage sehr wohl.

Was diese Zahl für Sie konkret heißt

Eine Einstrahlungszahl ist ein Angebot, keine Prognose. Je nachdem, warum Sie nachgeschlagen haben, geht es unterschiedlich weiter — wählen Sie Ihren Fall:

Ihre Zahl heißt

Vergleichen Sie die angesetzte Einstrahlung mit dem vieljährigen Mittel, nicht mit den letzten drei Jahren. 2025 lag mit 1.187 kWh/m²·a rund neun Prozent über dem Flächenmittel von 1.086 und war das viertstrahlungsreichste Jahr seit 1983. Wer damit rechnet, verkauft eine Anlage, die im Normaljahr enttäuscht.

Nächster Schritt

Fragen Sie nach dem Datensatz und dem Zeitraum: PVGIS mit SARAH2 1991–2020 oder DWD-Raster sind belastbar. Eine Prognose ohne Angabe der Quelle ist keine Prognose.

Was wir dabei machen

Wir legen bei jeder Auslegung den PVGIS-Lauf mit Horizontlinie bei, nicht nur eine Endzahl. Die Rechnung soll nachvollziehbar sein, auch wenn wir den Auftrag nicht bekommen.

Der Denkfehler „Süden ist besser“

Auf der Einstrahlungskarte stimmt der Satz: München liegt mit 1.199 kWh/m²·a rund 19 Prozent über Hamburg mit 1.006, Freiburg mit 1.171 und Stuttgart mit 1.163 folgen dicht dahinter. Ein Süd-Nord-Gefälle ist unübersehbar, und es hat einen einfachen Grund: die Sonnenhöhe und die Bewölkungshäufigkeit.

Beim spezifischen Ertrag verschiebt sich das Bild aber, und an einer Stelle kippt es sogar. Freiburg liegt mit 1.018 kWh je kWp und Jahr unter Leipzig mit 1.033 — trotz acht Prozent mehr Globalstrahlung. Verantwortlich sind zwei Effekte, die keine Strahlungskarte abbilden kann. Erstens die Horizontabschattung: Der Rheingraben ist von Schwarzwald und Vogesen eingerahmt, die Sonne geht später über den nutzbaren Horizont und früher darunter. Zweitens die Modultemperatur: Der Wirkungsgrad kristalliner Module fällt mit jedem Grad über 25 °C Zelltemperatur um rund 0,3 bis 0,4 Prozent, und im Oberrheingraben wird es im Sommer heißer als irgendwo sonst in Deutschland.

1.171 → 1.018
Freiburg: Globalstrahlung → spezifischer Ertrag
1.090 → 1.033
Leipzig: Globalstrahlung → spezifischer Ertrag
1.086 kWh/m²·a
Deutschland-Flächenmittel, DWD 1991–2020
1.270 kWh/m²·a
auf die optimal geneigte Modulebene (Fraunhofer ISE)

Für die Praxis folgt daraus eine unbequeme Regel: Die Region ist der schwächste Parameter der ganzen Ertragsrechnung. Zwischen Flensburg mit 932 und Konstanz mit 1.097 kWh je kWp liegen 18 Prozent — eine Ostausrichtung statt Süd kostet dagegen schon rund 14 Prozent, eine ungünstige Verschattung schnell mehr als das. Bevor Sie über den Standort nachdenken, prüfen Sie also Ausrichtung und Neigung Ihres Dachs.

Das Jahr ist nicht gleichmäßig — und zwar drastisch

Die Jahreszahl verdeckt, wie ungleich die Strahlung über die Monate verteilt ist. Wählen Sie unten eine Stadt und einen Monat: Die Balken zeigen den Anteil am Jahr, die Zahl darüber die kWh je Quadratmeter, die in diesem Monat an diesem Ort tatsächlich ankommen.

155 kWh/m²Juni in Leipzig
14,0 %Anteil am Jahr
54,1 %Mai bis August zusammen
10,6 %November bis Februar zusammen

Der Juni liefert das 8,2-Fache des Dezembers. Genau daran scheitert die Vorstellung, eine PV-Anlage könne ein Haus im Winter tragen: Der Ertrag fehlt nicht ein bisschen, er fehlt fast vollständig. Deshalb ist die ehrliche Auslegung eine auf den Sommer — mit Eigenverbrauch, der im Sommer stattfindet, und einem Speicher, der Tage überbrückt, nicht Jahreszeiten. Monatsanteile: Deutschland-Mittel, auf eine Nachkommastelle gerundet; die kWh-Werte sind auf ihre Summe von 98,2 % normiert.

Zwei Konsequenzen ergeben sich daraus, und beide werden im Verkaufsgespräch gern übergangen. Erstens: Der Winterertrag ist nicht knapp, er ist praktisch abwesend. Ein Dach in Leipzig sieht im Juni rund 155 kWh je Quadratmeter Einstrahlung und im Dezember rund 19. Wer im Winter autark sein will, bräuchte eine Anlage, die im Sommer das Zehnfache seines Bedarfs produziert — und einen Speicher, der Monate überbrückt. Beides rechnet sich nicht.

Zweitens: Der Sommer entscheidet die Wirtschaftlichkeit. Rund 54 Prozent des Jahresertrags fallen zwischen Mai und August an. Für Gewerbebetriebe ist das eine gute Nachricht, sofern ihre Last mitläuft — Kälte, Klima, Lüftung und Trocknung folgen der Strahlungskurve fast deckungsgleich. Genau darauf legen wir gewerbliche Anlagen aus: auf das Lastprofil, nicht auf die maximal belegbare Fläche. Wie das bei uns von der Begehung bis zum Netzanschluss läuft, steht auf der Leistungsseite.

Woher die Zahlen kommen — und was sie nicht können

Auf dieser Seite stehen zwei Datensätze nebeneinander, und sie beantworten unterschiedliche Fragen:

  • Globalstrahlung: DWD-Rasterdatensatz, vieljähriges Mittel 1991–2020, kWh/m²·a auf die waagerechte Fläche — direkte plus diffuse Strahlung.
  • Spezifischer Ertrag: PVGIS v5.2 der EU-Kommission, Datensatz SARAH2, 14 % Systemverluste, optimale Ausrichtung — das Ergebnis einer simulierten Anlage.
  • Einstrahlung auf die optimal geneigte Modulebene: rund 1.270 kWh/m²·a im Deutschland-Mittel (Fraunhofer ISE) — der Wert, den Modulhersteller meinen, wenn sie von Einstrahlung sprechen.
  • Performance Ratio: 80 bis 90 Prozent bei sorgfältig geplanten Neuanlagen — der Faktor zwischen dem, was ankommt, und dem, was hinten herauskommt.

Was diese Zahlen nicht können: Ihren konkreten Standort abbilden. Zwischen zwei Nachbardörfern liegt in der Regel nichts, zwischen einer Tal- und einer Hanglage aber sehr wohl etwas — und zwischen einem freien Dach und einem, dem der Nachbargiebel drei Stunden Morgensonne nimmt, liegen Welten. Die Karte ordnet ein, sie rechnet nicht.

Belastbar
  • Die Rangfolge der Städte untereinander: Sie folgt konsistent aus einem Datensatz je Metrik, nicht aus gemischten Quellen.
  • Die Größenordnung des Jahresertrags: rund 1.000 kWh je kWp und Jahr in Mitteldeutschland bei optimaler Ausrichtung.
  • Die Monatsverteilung: Mai bis August rund 54 %, November bis Februar rund 11 % — das gilt bundesweit mit geringer Streuung.
  • Die Aussage, dass Süddeutschland beim Ertrag weniger vorn liegt, als die Einstrahlungskarte vermuten lässt.
Nur Richtwert
  • Jeder Wert für ein konkretes Dach: Horizontlinie, Verschattung, Albedo und Belüftung der Module gehen hier nicht ein.
  • Die Werte einzelner Jahre: 2025 lag mit 1.187 kWh/m²·a rund 9 % über dem Mittel — solche Jahre darf man nicht fortschreiben.
  • Städte ohne beide Werte: Für Hannover liegt nur die Globalstrahlung vor, für Konstanz und Erfurt nur der Ertrag. Ergänzt wird da nichts.
  • Der Zusammenhang zwischen Einstrahlung und Wirtschaftlichkeit — den entscheidet der Eigenverbrauchsanteil, nicht die Sonne.

Wie aus dem spezifischen Ertrag am Ende Geld wird, hängt an Investition, Strompreis, Eigenverbrauch und Einspeisevergütung. Der Amortisationsrechner führt diese Kette bis zum 20-Jahres-Cashflow durch — mit Degradation, Betriebskosten und einem Wechselrichtertausch, statt sie wegzulassen.

Häufige Fragen zur Sonneneinstrahlung in Deutschland

Wie viel kWh pro Quadratmeter liefert die Sonne in Deutschland?

Im Flächenmittel 1.086 kWh je Quadratmeter und Jahr auf die waagerechte Fläche — das ist der vieljährige Wert 1991–2020 aus dem DWD-Rasterdatensatz. Über die einzelnen Rasterzellen reicht die Spanne von rund 975 bis 1.259 kWh/m²·a. Auf die optimal geneigte Modulebene fällt mehr: rund 1.270 kWh/m²·a im Deutschland-Mittel, weil die Neigung die Sonne im Winter und in den Morgen- und Abendstunden steiler trifft. Für die Ertragsrechnung ist der zweite Wert der relevante.

Welche Stadt in Deutschland hat die meiste Sonne?

Von den hier hinterlegten Städten liegt München mit 1.199 kWh/m²·a vorn, gefolgt von Freiburg mit 1.171 und Stuttgart mit 1.163. Am unteren Ende stehen Hamburg mit 1.006 und Flensburg mit 1.011 kWh/m²·a. Der Abstand zwischen München und Hamburg beträgt damit rund 19 Prozent. Innerhalb Mitteldeutschlands sind die Unterschiede dagegen minimal: Dresden 1.092, Leipzig 1.090, Halle 1.085 — das liegt sämtlich im Bereich der Jahresschwankung.

Wie viel Sonnenstunden braucht eine Photovoltaikanlage?

Die Frage führt in die Irre, weil Sonnenstunden nicht die Größe sind, mit der eine PV-Anlage arbeitet. Module reagieren auf die Globalstrahlung, und die enthält neben der direkten auch die diffuse Strahlung — an einem bedeckten Tag liefert eine Anlage in Deutschland immer noch 10 bis 25 Prozent ihrer Nennleistung. Deshalb funktioniert Photovoltaik auch in Flensburg mit 932 kWh je kWp und Jahr wirtschaftlich. Die sinnvolle Kennzahl ist der spezifische Ertrag in kWh je kWp und Jahr, nicht die Zahl der Sonnenstunden.

Warum liefert Freiburg weniger Ertrag als Leipzig, obwohl es sonniger ist?

Weil Globalstrahlung und Ertrag zwei verschiedene Dinge messen. Freiburg bekommt mit 1.171 kWh/m²·a rund acht Prozent mehr Einstrahlung als Leipzig mit 1.090, liefert nach PVGIS aber nur 1.018 gegen 1.033 kWh je kWp und Jahr. Zwei Effekte drehen das Verhältnis: Der Rheingraben ist von Schwarzwald und Vogesen eingerahmt, was den nutzbaren Horizont beschneidet, und die höheren Sommertemperaturen senken den Modulwirkungsgrad — jedes Grad über 25 °C Zelltemperatur kostet rund 0,3 bis 0,4 Prozent Leistung. Wer nach dem Einstrahlungsatlas plant, überschätzt den Süden systematisch.

In welchen Monaten liefert eine PV-Anlage am meisten?

Mai bis August liefern zusammen rund 54 Prozent der Jahresstrahlung: Mai 14,0 Prozent, Juni 14,0, Juli 13,9, August 12,2. Die vier dunklen Monate November bis Februar bringen zusammen nur 10,6 Prozent — der Dezember allein 1,7 Prozent. Der Juni liefert damit etwa das Achtfache des Dezembers. Für die Auslegung heißt das: Ein Speicher überbrückt Tage, keine Jahreszeiten; Winterautarkie ist mit vertretbarem Aufwand nicht zu haben.

Wie viel Sonneneinstrahlung hat Leipzig?

Leipzig liegt bei 1.090 kWh/m²·a Globalstrahlung im vieljährigen Mittel 1991–2020 und damit ganz leicht über dem Deutschland-Flächenmittel von 1.086. Der spezifische Ertrag beträgt nach PVGIS v5.2 rund 1.033 kWh je kWp und Jahr bei optimaler Ausrichtung, die dort bei 39 Grad Neigung und einem Azimut von −2 Grad liegt. Halle kommt auf 1.085 kWh/m²·a und 1.041 kWh/kWp·a, Dresden auf 1.092 und 1.031. Mitteldeutschland liegt damit im soliden Mittelfeld — deutlich besser als sein Ruf.

Sind die letzten Jahre nicht viel sonniger gewesen?

Ja, und genau darin liegt die Falle. Das Deutschland-Flächenmittel lag 2023 bei 1.144, 2024 bei 1.113 und 2025 bei 1.187 kWh/m²·a — alle drei über dem vieljährigen Mittel von 1.086. 2025 war das viertstrahlungsreichste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1983. Der langfristige Trend beträgt rund plus 0,3 Prozent pro Jahr, mehr nicht. Wer die letzten Jahre extrapoliert, rechnet mit einem Sonderfall und wird im Normaljahr enttäuscht. Eine seriöse Prognose nennt ihren Datensatz und ihren Zeitraum.

Welche Dachneigung ist optimal?

Nach PVGIS liegt das Optimum in Norddeutschland bei 39 bis 40 Grad und in Süddeutschland bei 37 bis 38 Grad — flacher, je weiter südlich, weil die Sonne dort höher steht. Für Leipzig ergibt sich 39 Grad bei einem Azimut von −2 Grad, also praktisch exakt Süd. Praktisch relevant ist das kaum: Zwischen 30 und 45 Grad liegen bei Südausrichtung weniger als zwei Prozent Unterschied. Die Neigung ist der Parameter, an dem sich Optimieren am wenigsten lohnt — die Himmelsrichtung und die Verschattung entscheiden weit stärker.

Was ist der Unterschied zwischen Globalstrahlung und spezifischem Ertrag?

Die Globalstrahlung in kWh/m²·a ist das Angebot: was die Sonne auf einen waagerechten Quadratmeter Boden schickt, direkte und diffuse Strahlung zusammen. Der spezifische Ertrag in kWh/kWp·a ist das Ergebnis: was eine installierte Anlage daraus macht, nach Neigung, Ausrichtung, Modultemperatur, Verschmutzung, Leitungs- und Wechselrichterverlusten. Das Verhältnis dazwischen heißt Performance Ratio und liegt bei sorgfältig geplanten Neuanlagen zwischen 80 und 90 Prozent.

Wie stark schwankt die Einstrahlung von Jahr zu Jahr?

Deutlich stärker, als die meisten Prognosen abbilden. Zwischen dem schwächsten und dem stärksten Jahr eines Jahrzehnts liegen leicht 15 Prozent, und Abweichungen von ±8 Prozent gegenüber dem vieljährigen Mittel sind vollkommen normal. Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung heißt das: Ein einzelnes Jahr sagt wenig aus, erst der Fünfjahresschnitt trägt eine Aussage. Und eine Amortisationsrechnung, die auf ein starkes Jahr aufgebaut ist, verschiebt sich im Normaljahr um Monate.

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