AZIMUT · NEIGUNG · ERTRAGSFAKTOR · ERTRAGSTABELLE

Photovoltaik-Ausrichtung: Wie gut ist Ihr Dach wirklich?

Stellen Sie Ihre Dachrichtung am Kompass ein und die Neigung am Dachschnitt daneben — Sie sehen sofort, wie viel Prozent des Optimums Ihre Fläche liefert, was das in Kilowattstunden bedeutet und was der Unterschied zu einem Süddach im Jahr kostet. Ohne Formular, ohne E-Mail, ohne Warten.

NDachausrichtungs-RechnerAzimut · Neigung · Ertragsfaktor
Firstrichtung / Modulausrichtung180°
NNOOSOSSWWNW
Sonnenbahn 21. Juni21. DezemberZiehen, wischen oder Pfeiltasten
Dachneigung35°
Grad70 % Steigung

Klassisches Satteldach. Optimalbereich für Deutschland — 30–35° liefern das Maximum.

Schnellwahl HimmelsrichtungSüd
15 kWp
250100150200
RegionLeipzig, Halle, Delitzsch, Erfurt
Ertragsfaktor100,0 %des Optimums (Süd, 35°)
optimal
15.450kWh pro Jahr · 15 kWp · Mitteldeutschland
1.030kWh je kWp und Jahr (spezifischer Ertrag)
0kWh/a gegenüber Süd/35° (0 Prozentpunkte)
0 €pro Jahr, bei 24 ct/kWh Ersparnis

Ertragsmatrix: nachkalibriert gegen PVGIS v5.2 (Datensatz PVGIS-SARAH2 2005–2020, 14 % Systemverluste, Standort Leipzig 51,34° N), Bezug Süd/35° = 100 %, zwischen den Stützstellen bilinear interpoliert. Spezifischer Ertrag je Region: Mittel aus PVGIS-Standortrechnungen (Leipzig 1.033, Halle 1.041, Hamburg 944, München 1.078, Stuttgart 1.082 kWh je kWp und Jahr bei optimaler Ausrichtung). Globalstrahlung: DWD-Rasterdatensatz, vieljähriges Mittel 1991–2020 (Leipzig 1.090, Halle 1.085, Hamburg 1.006, München 1.199 kWh/m²·a). Deutschland-Flächenmittel 1.086. Modulmaße und Nennleistung: Marktstandard Aufdachmodul 2026 (1,762 × 1,134 m = 1,998 m², 430–475 Wp; hier 445 Wp). Gewichteter Marktdurchschnitt des Wirkungsgrads 22,7 % (Fraunhofer ISE, Photovoltaics Report 2026). Zusatzlast Schrägdach 13–16 kg/m² (Modul 10,4–12,4 + Unterkonstruktion 1,5–2,9), Flachdach ballastiert 15–30 kg/m². Der Standsicherheitsnachweis nach DIN EN 1990/1991 bleibt Sache des Tragwerksplaners — auch dort, wo die Bauordnung ihn nicht einfordert. Belegungsgrad: Randbereiche mit erhöhtem Windsog nach DIN EN 1991-1-4 (Ecke rund 2,6-fach, Rand rund 1,7-fach gegenüber dem Innenfeld), Wartungswege, Durchdringungen. Tagesprofil Ost/West: Sonnenstand: Deklination nach Cooper, Azimut/Höhe aus den Standardformeln der Solargeometrie, Breitengrad 51,3° N (Leipzig/Delitzsch). Der Euro-Wert ist keine Wirtschaftlichkeitsrechnung, sondern die Bewertung der Ertragsdifferenz mit einer klar benannten Annahme: 24 ct je Kilowattstunde vermiedener Netzbezug, ohne Preissteigerung, ohne Einspeisevergütung, ohne Verschattung. Verschattung rechnen Sie separat — sie kann jeden Ausrichtungsvorteil aufzehren.

Was diese Zahl für Sie heißt

Diese Fläche ist keine Diskussion mehr wert — sie ist eine Planung.

Mit 100,0 % des Optimums liegt Ihr Dach im Bereich, in dem die Ausrichtung kein Thema mehr ist. Die offenen Fragen heißen jetzt Belegung, Verschaltung und Wechselrichter — und Verschattung, denn ein einziger Baum kann mehr kosten als 30 Grad Fehlausrichtung.

Nächster Schritt: Verschattung prüfen, dann die Modulzahl aus der Dachfläche ableiten.

Verschattung berechnenNexora plant, baut und meldet an — von der Ertragsprognose über Statik und Netzanschluss bis zur Inbetriebnahme. Elektro-Fachbetrieb aus Delitzsch, Projekte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Azimut: was der Wert bedeutet — und wie Sie ihn ohne Werkzeug bestimmen

Der Azimut ist die Himmelsrichtung Ihrer Modulfläche als Winkel. Zwei Zählweisen sind im Umlauf, und genau daran scheitern die meisten Vergleiche zwischen zwei Angeboten: Simulationsprogramme wie PVGIS zählen häufig geografisch von Norden aus — 0 Grad Nord, 90 Grad Ost, 180 Grad Süd, 270 Grad West. Ertragstabellen und Installateure rechnen dagegen oft als Abweichung von Süd, also 0 Grad Süd, minus 90 Grad Ost, plus 90 Grad West. Der Rechner oben zeigt beide Werte gleichzeitig an; wenn Sie eine Zahl weitergeben, sagen Sie immer dazu, welche Zählweise gemeint ist.

Die Fläche selbst schaut immer senkrecht zum First. Bei einem Satteldach haben Sie deshalb automatisch zwei Azimute, die 180 Grad auseinanderliegen — und meistens lohnen sich beide, nicht nur die „gute“ Seite. Drei Wege führen ohne Messgerät zum Wert:

  1. 1Stellen Sie sich mit dem Rücken zur Hauswand unter die Traufe der Dachseite, die Sie belegen wollen.
  2. 2Kompass-App öffnen, Handy flach halten und einmal die Acht in der Luft beschreiben — das kalibriert den Magnetsensor.
  3. 3Blicken Sie geradeaus vom Haus weg. Der abgelesene Wert ist der Azimut der Dachfläche: 180° ist Süd, 90° Ost, 270° West.

Metall verfälscht: Gehen Sie mindestens zwei Meter weg von Regenrinne, Auto, Gerüst und Stahltür. Achten Sie darauf, dass die App geografisch Nord zeigt, nicht magnetisch — in Deutschland liegen zwischen beiden rund 3 bis 5 Grad.

Wenn zwei Methoden mehr als zehn Grad auseinanderliegen, nehmen Sie das Luftbild. Es kennt kein Magnetfeld und keine Deklination. Und noch etwas: Ein Fehler von fünf Grad ist völlig belanglos — zwischen Süd und Süd-plus-15-Grad liegt bei 35 Grad Neigung genau ein Prozentpunkt Ertrag.

Süd, Ost/West, Nord — was jede Lage real bedeutet

Alle folgenden Werte stammen aus derselben Matrix, die auch der Rechner oben fährt. Bezugspunkt ist Süd bei 35 Grad Neigung, gesetzt als 100 Prozent. Wichtig zur Einordnung: Das sind relative Werte. Was eine Kilowattstunde absolut bedeutet, hängt am Standort — die Bandbreite reicht von 955 kWh je kWp und Jahr in Norddeutschland bis 1.065 kWh in Süddeutschland. Mitteldeutschland liegt bei rund 1.030 kWh.

100 %
Süd, 30–40° Neigung — das Optimum
94 %
Südost oder Südwest bei 35°
78 %
Ost/West-Belegung bei 35°
86 %
Flachdach 0° — in jeder Richtung gleich
61 %
Nord bei 35° Neigung
79 %
Nord bei nur 10° Neigung

Süd ist der Referenzfall, aber kein enger Grat. Der Bereich zwischen 30 und 40 Grad ist praktisch flach, und selbst 20 Grad kosten nur knapp vier und 50 Grad nur gut einen Prozentpunkt. Wer sein Dach mit Süd plus/minus 30 Grad beschreibt, redet über eine Spanne von 100 bis etwa 96 Prozent — das ist innerhalb der Messunsicherheit jeder Ertragsprognose.

Ost/West heißt in der Praxis: beide Dachseiten belegen statt einer. Bei 35 Grad liefert diese Kombination rund 84 Prozent des Süd-Optimums pro Kilowatt-Peak — aber Sie bekommen auf demselben Gebäude oft die doppelte Fläche unter. Absolut liefert ein voll belegtes Ost/West-Dach deshalb regelmäßig mehr Strom als ein halb belegtes Süddach. Dazu kommt das Tagesprofil: zwei flachere Spitzen morgens und abends statt einer scharfen um die Mittagszeit. Genau dann verbrauchen Haushalte und die meisten Betriebe ihren Strom.

Nord ist der Fall, bei dem die Neigung alles entscheidet. Bei 10 Grad liegen Sie noch bei 84 Prozent, bei 15 Grad bei rund 80 Prozent — Werte, mit denen eine Anlage sauber rechnet. Bei 35 Grad sind es 66 Prozent, bei 45 Grad 58 Prozent, bei 60 Grad nur noch 47 Prozent. Die Nordfläche eines steilen Satteldachs ist die einzige Dachfläche in Deutschland, bei der wir regelmäßig abraten.

Wann sich eine Nordfläche doch lohnt — und wann definitiv nicht

„PV-Anlage nach Norden“ ist eine der meistgestellten Fragen, und die pauschale Antwort „lohnt nicht“ ist falsch. Seit die Modulpreise gefallen sind, entscheidet nicht mehr der Ertrag je Modul, sondern der Ertrag je investiertem Euro. Ein Modul, das nur 80 Prozent liefert, aber auf einer Fläche liegt, für die Gerüst, Wechselrichter und Netzanschluss ohnehin bezahlt sind, rechnet sich sehr gut.

Nord lohnt sich, wenn
  • die Neigung unter 20 Grad liegt — dort liefert Nord noch 72 bis 86 Prozent des Optimums
  • die Süd- oder Ost/West-Fläche bereits voll belegt ist und Sie mehr Leistung brauchen
  • der Eigenverbrauch hoch ist: jede zusätzliche kWh ersetzt Netzbezug statt Einspeisung
  • es ein Flachdach ist — bei 0 Grad ist die Himmelsrichtung mit 86 Prozent schlicht egal
  • Wechselrichter, Gerüst, Kabelweg und Netzanschluss ohnehin für die andere Seite gebaut werden
  • die Fläche einen eigenen MPP-Tracker bekommt und nicht an einen Süd-String gehängt wird
Nord lohnt sich nicht, wenn
  • die Neigung über 40 Grad liegt — ab hier fallen Sie unter 62 Prozent
  • die Fläche zusätzlich verschattet ist: Nord plus Schatten ist wirtschaftlich tot
  • ein Gerüst, eine Dachdurchdringung oder ein zweiter Wechselrichter nur für diese Fläche nötig wird
  • der erzeugte Strom vollständig eingespeist wird — dann zählt nur der Ertrag je Modul
  • die Statik knapp ist und Sie sich zwischen den Flächen entscheiden müssen
  • der Netzanschluss ein Einspeiselimit hat, das schon von der Hauptfläche ausgeschöpft wird

Ausrichtung × Neigung: warum ein flaches Dach die schlechte Richtung verzeiht

Die beiden Größen wirken nicht nebeneinander, sondern miteinander — und der Zusammenhang ist der praktisch nützlichste Satz dieser Seite: Je flacher die Fläche, desto weniger zählt die Himmelsrichtung. Bei 0 Grad Neigung schaut das Modul in den ganzen Himmel, nicht in eine Richtung; der Ertragsfaktor beträgt in jeder Himmelsrichtung 86 Prozent. Bei 30 Grad spannt sich der Bereich schon von 100 Prozent (Süd) bis 69 Prozent (Nord) auf, bei 60 Grad von 93 bis 47 Prozent.

Daraus folgen zwei konkrete Planungsentscheidungen. Erstens: Auf dem Flachdach ist die Aufständerung eine freie Wahl, keine Ertragsfrage — Sie entscheiden nach Reihenabstand, Ballast und Windlast, nicht nach Himmelsrichtung. Zweitens: Auf einem ungünstig ausgerichteten Schrägdach ist eine dachparallele Montage in der schlechten Richtung fast immer besser als eine aufgeständerte Süd-Konstruktion, die sich selbst verschattet, Windangriffsfläche schafft und die Belegungsdichte halbiert.

Die Ertragstabelle im Rechner oben macht genau das sichtbar: Lesen Sie eine Spalte von oben nach unten, sehen Sie den Neigungseinfluss; lesen Sie eine Zeile, den Richtungseinfluss. In der obersten Zeile ist die Zeile flach — dort spielt Ausrichtung keine Rolle mehr.

Was die Ausrichtung für die Auslegung bedeutet

Die Ausrichtung ist keine Zahl für den Prospekt, sie steuert drei technische Entscheidungen. Wer sie überspringt, zahlt zweimal: einmal für zu große Technik und einmal für abgeregelte Kilowattstunden.

  • Getrennte MPP-Tracker bei Ost/West — sonst zieht die schwächere Seite die stärkere auf ihr Stromniveau herunter. Zwei Tracker sind bei fast jedem Strang-Wechselrichter Standard und kosten nichts extra, solange man sie einplant.
  • Kleinerer Wechselrichter bei Ost/West: weil beide Seiten nie gleichzeitig ihr Maximum liefern, sind 1,2 bis 1,3 kWp Modulleistung je kW Wechselrichterleistung üblich. Bei Süd ist bei rund 1,1 Schluss, sonst wird die Mittagsspitze gekappt.
  • Einspeiselimit und Direktvermarktung: Ost/West bleibt flacher unter einer Abregelungsgrenze und verliert dadurch weniger, wenn der Netzanschluss oder eine Steuerungsvorgabe die Einspeisung deckelt.
  • Verschaltung nach Fläche, nicht nach Zählung: Module unterschiedlicher Ausrichtung gehören nie in denselben String — auch dann nicht, wenn die Modulzahl gerade so aufgeht.
  • Nord- und Ostflächen zuerst gegen Verschattung prüfen. Ein flacher Sonnenstand trifft dort morgens und abends auf jedes Hindernis; eine Verschattung wirkt hier härter als auf der Südseite.
  • Statik und Zusatzlast unabhängig von der Richtung nachweisen — 15 kg je Quadratmeter am Schrägdach, rund 25 kg ballastiert am Flachdach. Das prüft der Tragwerksplaner, nicht der Ertragsrechner.

Die drei Einwände, die nach dieser Zahl kommen

„Reicht ein Prozentwert aus einer Tabelle für eine Investitionsentscheidung?“ Nein, und wir behaupten es nicht. Die Matrix ordnet ein: Sie sagt Ihnen zuverlässig, ob Ihre Fläche in der Spitzengruppe, im Mittelfeld oder im Problembereich liegt. Für ein Angebot, eine Finanzierung oder eine Direktvermarktung brauchen Sie eine standortscharfe Simulation mit PVGIS- oder DWD-Daten, mit Ihrem tatsächlichen Horizont und Ihrem Lastgang. Die liefern wir — und zwar bevor Sie unterschreiben, nicht danach.

„Was kostet mich der nächste Schritt?“ Die Ertragssimulation und die Auslegung sind Teil unserer Angebotserstellung, nicht ein separater Posten. Was Geld kostet, ist erst die Ausführung — und dort sagen wir die Zahlen vor der Beauftragung, inklusive Netzanschluss, Gerüst und Zählerplatz. Kein Angebot, in dem der Netzanschluss als „bauseits“ versteckt ist.

„Wer haftet, wenn der Ertrag nicht kommt?“ Eine Ertragsprognose ist eine Prognose, keine Garantie — das gilt für jeden Anbieter, und wer etwas anderes verspricht, verkauft Ihnen ein Risiko mit. Was wir vertraglich zusichern, ist die Ausführung: Modulleistung, Verschaltung, Wechselrichterauslegung, Messprotokoll und Inbetriebnahmeprotokoll nach VDE-AR-N 4105. Wenn die Anlage hinter der Prognose zurückbleibt, sieht man im Monitoring, ob es an der Sonne lag oder an der Technik — und für die Technik stehen wir gerade.

Wie wir das prüfen, ist kein Geheimnis: Als Elektro-Fachbetrieb messen wir Anlagen ohnehin regelmäßig durch. Was dabei dokumentiert wird, zeigen wir auf der Seite zur DGUV V3 Prüfung mit Messprotokoll — dasselbe Prinzip gilt für die Inbetriebnahme einer PV-Anlage: Messwerte statt Häkchen.

Weiterrechnen: die Zahlen, die jetzt an der Reihe sind

Die Ausrichtung ist der erste von fünf Werten, die eine PV-Anlage beschreiben. Die anderen vier rechnen Sie hier — jeder Rechner arbeitet mit demselben geprüften Rechenkern wie dieser:

  • Wie viel Fläche haben Sie überhaupt, und wie viele Module passen darauf?
  • Welche Neigung hat Ihr Dach genau — aus Firsthöhe, Sparrenlänge oder Prozentangabe im Bauplan?
  • Was kosten Baum, Gaube und Nachbargebäude an Ertrag, und ab welchem Abstand ist Ruhe?
  • Wann ist die Anlage bezahlt, und was bringt sie über 20 Jahre?

Dachfläche und Modulzahl berechnen · Dachneigung ermitteln · Verschattung berechnen · Amortisation und Rendite

Für Gewerbebetriebe mit Lastgang, Netzanschluss und Direktvermarktung führt der Weg über Photovoltaik für Gewerbe — dort geht es um Anschlussleistung, Eigenverbrauchsquote und die Frage, ab welcher Größe sich ein eigener Netzverknüpfungspunkt lohnt.

Häufige Fragen zur Ausrichtung von Photovoltaikanlagen

Welche Ausrichtung ist für Photovoltaik optimal?

Süd mit 30 bis 40 Grad Neigung — das ist in Deutschland der Referenzpunkt, den wir als 100 Prozent setzen. Der Bereich ist breiter, als die meisten denken: Zwischen 30 und 40 Grad Süd bewegt sich der Ertrag praktisch nicht, und noch bei 20 oder 50 Grad liegen Sie bei rund 97 Prozent. Auch eine Abweichung nach Südost oder Südwest kostet bei 35 Grad nur etwa 5 Prozent. Erst jenseits von 60 Grad Abweichung von Süd wird der Verlust spürbar.

Wie viel Ertrag verliert eine Ost/West-Anlage gegenüber Süd?

Bei 35 Grad Dachneigung liefert eine Ost/West-Belegung rund 78 Prozent des Süd-Optimums, also gut ein Fünftel weniger Jahresertrag. Bei flacheren Dächern schrumpft der Abstand deutlich: bei 20 Grad sind es rund 82 Prozent, bei 45 Grad nur noch etwa 75 Prozent. Wirtschaftlich ist der Abstand meist kleiner als der Ertragsabstand, weil das breitere Tagesprofil den Eigenverbrauch erhöht — und selbst genutzter Strom ist mehr wert als eingespeister.

Lohnt sich Photovoltaik auf einem Norddach?

Es kommt fast ausschließlich auf die Neigung an. Ein Norddach mit 10 Grad liefert noch rund 84 Prozent, mit 15 Grad etwa 80 Prozent — das ist wirtschaftlich völlig darstellbar. Bei 35 Grad Nordneigung fallen Sie auf rund 66 Prozent, bei 45 Grad auf 58 Prozent, bei 60 Grad auf 47 Prozent. Die Faustregel: Bis etwa 20 Grad Neigung ist Nord eine normale Fläche, ab 40 Grad ist sie eine Notlösung, für die es einen sehr guten Grund braucht.

Was bedeutet Azimut bei Photovoltaik?

Der Azimut ist die Himmelsrichtung, in die die Modulfläche schaut, gemessen als Winkel. In der Solartechnik sind zwei Zählweisen verbreitet: geografisch von Nord aus (0 Grad Nord, 90 Grad Ost, 180 Grad Süd, 270 Grad West) und als Abweichung von Süd (0 Grad Süd, minus 90 Grad Ost, plus 90 Grad West). Der Rechner oben zeigt Ihnen beide, damit Sie mit jedem Simulationstool und jedem Angebot arbeiten können. Nicht verwechseln mit der Neigung — das ist der Winkel gegen die Waagerechte.

Wie finde ich die Ausrichtung meines Daches heraus?

Drei Wege ohne Werkzeug: die Kompass-App am Haus, das Satellitenbild in der Kartenansicht und die Schattenmethode zur Mittagszeit. Am genauesten ist das Luftbild, weil kein Magnetfeld stört — Regenrinnen, Autos und Stahltüren verziehen jede Handy-Kompassnadel um zweistellige Gradzahlen. Die Schattenmethode ist die beste Gegenprobe: Zum wahren Mittag zeigt der Schatten eines senkrechten Stabes exakt nach Norden. Der Ablauf für alle drei Methoden steht als Anleitung auf dieser Seite.

Wie genau sind die Werte in der Ertragstabelle?

Die Matrix beschreibt Deutschland auf etwa 51 Grad Nord mit Bezug Süd/35 Grad gleich 100 Prozent und interpoliert zwischen den Stützstellen bilinear. Für die Frage 'ist meine Fläche brauchbar' ist das genau genug — die Unterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland liegen bei wenigen Prozentpunkten im Ertragsfaktor. Für ein Angebot, eine Finanzierung oder eine Direktvermarktung brauchen Sie eine standortscharfe Simulation mit PVGIS- oder DWD-Daten. Die machen wir; die Tabelle ersetzt sie nicht.

Welche Dachneigung ist für Photovoltaik optimal?

Bei Südausrichtung liegt das Maximum zwischen 30 und 40 Grad. Ein Flachdach ohne Aufständerung kommt in jeder Himmelsrichtung auf etwa 86 Prozent — deswegen spielt die Ausrichtung dort praktisch keine Rolle. Steilere Dächer verschieben den Ertrag in den Winter: 50 Grad Süd liefern noch 99 Prozent im Jahr, aber überdurchschnittlich viel zwischen November und Februar. Eine Südfassade mit 90 Grad liegt bei rund 73 Prozent und ist damit als Zusatzfläche ernsthaft rechenbar.

Wie hängen Ausrichtung und Neigung zusammen?

Sie multiplizieren sich, und zwar zugunsten flacher Dächer: Je flacher die Fläche, desto weniger zählt die Himmelsrichtung. Bei 0 Grad ist der Ertragsfaktor in jeder Richtung gleich 86 Prozent. Bei 30 Grad reicht die Spanne von 99 Prozent (Süd) bis 64 Prozent (Nord), bei 60 Grad von 95 bis 44 Prozent. Praktisch heißt das: Eine schlechte Ausrichtung wird durch eine flachere Aufständerung entschärft — und ein steiles Nordwestdach ist der einzige Fall, in dem man die Fläche wirklich fallen lassen sollte.

Muss ich bei einer Ost/West-Anlage etwas am Wechselrichter beachten?

Ja. Ost- und Westfläche gehören auf getrennte MPP-Tracker oder getrennte Wechselrichter, sonst zieht die verschattete Seite die belichtete herunter. Der Vorteil: Weil beide Seiten nie gleichzeitig ihr Maximum liefern, dürfen Sie den Wechselrichter deutlich kleiner auslegen als die Modulleistung — Verhältnisse um 1,2 bis 1,3 kWp je kW Wechselrichterleistung sind bei Ost/West üblich und sparen bares Geld. Bei Südanlagen ist bei etwa 1,1 Schluss, sonst kappen Sie die Mittagsspitze.

Ändert ein Speicher die optimale Ausrichtung?

Er verschiebt sie, er hebt sie nicht auf. Mit Speicher wird die Mittagsspitze eines Süddaches nutzbar, statt eingespeist zu werden — das wertet Süd wieder auf. Ohne Speicher und mit hohem Eigenverbrauch morgens und abends gewinnt Ost/West häufig, obwohl es weniger Jahresertrag liefert. Die ehrliche Antwort: Der Unterschied zwischen den Varianten ist meist kleiner als der Unterschied zwischen einem gut und einem schlecht ausgelegten Speicher. Rechnen Sie beides zusammen, nicht nacheinander.

Oder Sie fragen einfach

Wenn Sie die Fläche schon kennen und nur wissen wollen, ob sich das rechnet: Schicken Sie uns die Adresse und die ungefähre Dachgröße. Sie bekommen die standortscharfe Ertragsprognose und einen Preisrahmen zurück — von Paul Schinke, nicht von einem Callcenter.

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