RECHNER · AMORTISATION · PHOTOVOLTAIK

Wann sich Ihre PV-Anlage bezahlt macht — als Kurve, nicht als Zahl.

Anlagengröße, Verbrauch, Strompreis und, wenn Sie eines haben, Ihre Angebotssumme eintragen. Der Rechner legt Ihnen den kumulierten Cashflow über 20 Jahre hin: den Break-even mit Datum, den Knick beim Wechselrichtertausch, die Rendite und den Preis, den eine Kilowattstunde vom eigenen Dach wirklich kostet. Ohne Anmeldung, ohne E-Mail vorher.

NAmortisations-RechnerCashflow · Rendite · Stromgestehung

Für wen rechnen wir?

Die Wahl verschiebt mehr als nur die Vorbelegung: Strompreis, Preisstaffel je kWp, die Eigenverbrauchs­kurve und ab 100 kWp die Pflicht zur Direktvermarktung hängen daran.

Was diese Zahl für Sie konkret heißt

Eine Amortisationszeit ist kein Ergebnis, sondern eine Entscheidungsgrundlage — und welche Entscheidung ansteht, hängt davon ab, warum Sie gerechnet haben. Wählen Sie Ihren Fall:

Ihre Zahl heißt

Vergleichen Sie nicht den Endpreis, sondern die Amortisation, die Ihre eingetragene Angebotssumme erzeugt. Liegt sie mehr als drei Jahre über dem Wert der Marktstaffel, steckt der Unterschied selten in besseren Modulen, sondern in Gerüst, Netzanschluss und Kalkulationsaufschlag.

Nächster Schritt

Lassen Sie sich die drei Positionen einzeln ausweisen, die am stärksten streuen: Unterkonstruktion samt Statiknachweis, Netzanschluss inklusive Zählerplatz, und die Anmeldung bei Netzbetreiber und Marktstammdatenregister.

Was wir dabei machen

Wir rechnen ein vorliegendes Angebot mit Ihnen durch und sagen, welche Position die Amortisation trägt — auch dann, wenn wir am Ende nicht bauen. Das kostet uns eine Viertelstunde und Ihnen im Zweifel fünfstellig.

Warum die einfache Amortisationsformel zu optimistisch ist

Amortisation heißt: der Zeitpunkt, an dem die Summe aller Rückflüsse die Investition erstmals aufwiegt. Die naheliegende Rechnung dafür ist Investition geteilt durch Jahresersparnis. Sie ist schnell, sie ist im Kopf zu machen — und sie liegt bei Photovoltaik regelmäßig zwei bis vier Jahre zu niedrig, weil sie unterstellt, dass jedes Jahr gleich aussieht. Das tut es nicht. Vier Effekte verschieben das Ergebnis, zwei davon zu Ihren Ungunsten, zwei zu Ihren Gunsten:

  • Degradation, und zwar zweistufig: rund 1,0 % Leistungsverlust im ersten Jahr, danach etwa 0,5 % pro Jahr. Nach 20 Jahren liefert die Anlage noch rund 90 % ihres ersten Jahres — wer linear mit einem Zwanzigstel je Jahr rechnet, überschätzt die Gesamtmenge.
  • Betriebskosten: Versicherung, Sichtprüfung und Messstellenbetrieb laufen jedes Jahr weiter, unabhängig davon, wie viel die Sonne liefert. Ab 7 kW baut der grundzuständige Messstellenbetreiber ein intelligentes Messsystem samt Steuerbox ein — die Preisobergrenzen dafür stehen in § 30 MsbG.
  • Wechselrichtertausch: Nach 12 bis 15 Jahren ist das Gerät am Ende seiner Lebensdauer. Diese Rechnung setzt den Tausch im 13. Jahr mit 130 € je kWp an — in der Kurve oben ist das der sichtbare Knick.
  • Strompreissteigerung: Steigt der Bezugspreis wie hier angenommen um 2,5 % pro Jahr, ist die eingesparte Kilowattstunde im Jahr 15 rund 45 % mehr wert als im Jahr 1. Das arbeitet für Sie.

Genau deshalb rechnet dieser Rechner nicht mit einem Mittelwert, sondern Jahr für Jahr: Ertrag, Eigenverbrauch, Einspeisung, Ersparnis, Vergütung, Kosten, Netto — zwanzigmal. Der Break-even ist dann kein Bruchstrich, sondern der Punkt, an dem die kumulierte Linie die Null schneidet. Wenn Sie in der Kurve auf ein Jahr tippen, sehen Sie genau die Zahlen dieses Jahres, aus denen der Punkt entsteht.

Die fünf Stellschrauben — nach Wirkung sortiert

Wer eine Amortisationszeit verkürzen will, hat fünf Hebel. Sie sind nicht gleich stark, und die Rangfolge überrascht viele: Der Eigenverbrauch schlägt alles andere, weil er den Wert jeder Kilowattstunde verfünffacht — von der Einspeisevergütung auf den Bezugspreis. Jede Zeile unten ist ein vollständig durchgerechneter 20-Jahres-Cashflow, bei dem genau eine Größe verändert wurde:

Referenz: 10 kWp · 4.500 kWh · 37 ct · ohne Speicher · Amortisation 16,4 J
  1. 1
    Eigenverbrauchsquote+10 Prozentpunkte (von 18 % auf 28 %)

    Lasten in die Mittagsstunden verschieben: Wärmepumpe, Warmwasser, Wallbox, Kühlung, Produktionsspitzen. Kostet in aller Regel nichts außer Steuerungsaufwand.

    4,8 Jauf 11,7 J
  2. 2
    Speicher (+8 kWh)von 0 auf 8 kWh nutzbar

    Hebt den Eigenverbrauch, kostet aber Kapital und eigene Betriebskosten. Ob er die Amortisation verkürzt oder verlängert, entscheidet der Preis je kWh Speicher.

    2,3 Jauf 14,1 J
  3. 3
    Strompreis+5 ct/kWh (von 37,0 auf 42,0 ct)

    Nicht steuerbar, aber planbar: Der Rechner unterstellt bereits 2,5 % Steigerung pro Jahr. Wer mit mehr rechnet, rechnet sich die Anlage schön.

    1,4 Jauf 15,1 J
  4. 4
    Investitionssumme−10 % durch das zweite Angebot

    Zwei bis drei Angebote einholen und die Positionen vergleichen, nicht die Endsumme — Gerüst, Netzanschluss und Anmeldung sind die Posten, die am stärksten streuen.

    1,4 Jauf 15,1 J
  5. 5
    Ausrichtung und NeigungErtragsfaktor von 90 auf 100 % (Süd, 30–35°)

    Beim Bestandsdach nicht verhandelbar, bei der Flächenwahl auf dem Hallendach sehr wohl — und bei Aufständerung auf dem Flachdach ohnehin eine Planungsentscheidung.

    1,2 Jauf 15,2 J

Gerechnet mit demselben Rechenkern wie oben: Jede Zeile ist ein vollständiger 20-Jahres-Cashflow, bei dem genau eine Größe verändert wurde. Deshalb steht die Reihenfolge hier nicht als Meinung, sondern als Ergebnis — und sie kippt, sobald sich die Referenzanlage ändert. Probieren Sie den Wechsel zwischen Privat und Gewerbe.

Das Praktische an dieser Rangfolge: Der stärkste Hebel ist der billigste. Lasten in die Mittagsstunden zu verschieben kostet nichts außer Planung — Warmwasserbereitung, Wärmepumpe, Wallbox, Kühlaggregate, Trockner, Kompressoren, Ladezeiten von Flurförderzeugen. Der zweitstärkste Hebel, ein besseres Angebot, kostet zwei Telefonate. Erst danach kommen die Hebel, die selbst Geld kosten. Wie viel Fläche Ihnen überhaupt zur Verfügung steht, klärt vorher der Dachflächen-Rechner; wie viel Ertrag Ihre Ausrichtung liefert, der Ausrichtungs-Rechner.

Die EEG-Vergütung: die Staffel wirkt anteilig, nicht als Sprung

Der häufigste Denkfehler bei der Einspeisevergütung: dass eine Anlage, die über 10 kWp hinauswächst, komplett auf den niedrigeren Satz fällt. Das tut sie nicht. Die Staffel nach EEG §48/§49 wirkt anteilig — die ersten 10 kWp behalten ihren Satz, die nächsten 30 bekommen den mittleren, alles darüber den unteren. Was Sie am Ende bekommen, ist ein Mischsatz. Schieben Sie die Leistung und sehen Sie zu, wie sich die Scheiben verschieben:

7,01ct/kWh Mischsatz
21040100400
7,70010 kWp10,0 kWp · 0,77 ct-Beitrag
6,661030 kWp20,0 kWp · 1,33 ct-Beitrag

Ihre 30 kWp bestehen aus 2 Scheiben. Die ersten 10 kWp behalten ihre 7,70 ct — nur der Teil oberhalb der Grenze wird geringer vergütet. Wer stattdessen den Satz der obersten Scheibe (6,66 ct) auf die ganze Anlage anwendet, rechnet sich um 0,35 ct/kWh arm. Anzulegende Werte nach EEG §§ 48/49/53, Bundesnetzagentur, Inbetriebnahme ab 1. August 2026; Degression 1 % je Halbjahr, nächste Stufe 1. Februar 2027. Der Aufschlag von 1,5 ct ab 40 kW aus dem Solarpaket I ist hier nicht enthalten — er ist beihilferechtlich noch nicht genehmigt.

Die praktische Folge ist, dass es keinen Grund gibt, eine Anlage künstlich unter 10 kWp zu halten. Wer bei 9,9 kWp stehen bleibt, verschenkt Fläche für einen Vorteil, den es so nicht gibt: Die zusätzlichen Kilowattpeak werden schlechter vergütet, aber nicht schlechter eigenverbraucht — und der Eigenverbrauch ist die Größe, die zählt. Die Vergütung läuft ab Inbetriebnahme 20 Jahre plus das Inbetriebnahmejahr; danach gibt es für den eingespeisten Strom nur noch den Marktwert. Stand der hier hinterlegten Sätze: 1. August 2026, Degression 1 % je Halbjahr, nächste Stufe 1. Februar 2027.

Eine Besonderheit, an der fast jeder Online-Rechner scheitert: Bei Volleinspeisung gibt es zwischen 10 und 100 kW keine Zwischenstufe. Wer die Teileinspeisungs-Logik stur überträgt, stuft bei 40 kW ein zweites Mal ab und rechnet damit jedes größere Gewerbedach zu schlecht. Tatsächlich bekommt die Klasse 40 bis 100 kW mit 10,24 ct denselben Satz wie die Klasse 10 bis 40 kW, weil § 48 Abs. 2a einen höheren Zuschlag von 5,1 statt 3,8 ct auf den niedrigeren Grundwert legt. Erst oberhalb von 100 kW endet die feste Einspeisevergütung ganz — dort steht statt eines Vergütungssatzes der anzulegende Wert der Marktprämie abzüglich 0,4 ct nach § 53 Abs. 1.

Und ein offener Posten, den wir bewusst nicht zu Ihren Gunsten rechnen: Das Solarpaket I sieht für Anlagen ab 40 kW einen Aufschlag von 1,5 ct/kWh vor. Er steht im Gesetzestext, ist aber beihilferechtlich noch nicht von der EU-Kommission genehmigt und damit nicht in Kraft; die Bundesnetzagentur veröffentlicht weiterhin die niedrigeren Werte. Dieser Rechner tut dasselbe. Wird der Aufschlag wirksam, verbessert sich Ihr Ergebnis — er ist der größte offene Hebel im Modell, und deshalb steht er sichtbar neben dem Ergebnis und nicht im Kleingedruckten.

Amortisation, Rendite, Stromgestehungskosten: drei Kennzahlen, drei Fragen

Der Rechner gibt Ihnen drei Zahlen, und sie beantworten drei verschiedene Fragen. Wer sie verwechselt, trifft die falsche Entscheidung — etwa, wenn er eine Anlage mit 11 Jahren Amortisation gegen eine mit 9 Jahren ausspielt, ohne zu sehen, dass die erste über 20 Jahre das Doppelte abwirft.

Wann habe ich mein Geld zurück?Jahr, in dem der kumulierte Cashflow erstmals ≥ 0 ist
Wofür sie taugt

Beantwortet die Frage, die jeder zuerst stellt, und ist ohne Vorwissen verständlich. Für die Liquiditätsplanung ist sie die einzig relevante Zahl.

Wo sie täuscht

Sie ignoriert alles, was nach dem Break-even passiert. Eine Anlage, die nach 12 Jahren im Plus ist und dann 18 Jahre weiterläuft, sieht schlechter aus als eine, die nach 10 Jahren durchgetragen hat und im Jahr 16 ausfällt.

Eine Faustregel für den Alltag: Für die Frage „kann ich mir das leisten?“ zählt die Amortisation, für „soll ich das Geld lieber anders anlegen?“ die Rendite, und für „lohnt sich das grundsätzlich?“ die Stromgestehungskosten im Vergleich zu Ihrem Bezugspreis. In der Referenzrechnung dieser Seite liegen die Stromgestehungskosten bei 11,4 ct/kWh privat und 8,5 ct/kWh gewerblich — gegen 37 beziehungsweise 26 ct Bezugspreis. Der Abstand ist das eigentliche Geschäftsmodell einer PV-Anlage.

Speicher: wann er die Amortisation verkürzt — und wann er sie verlängert

Ein Speicher ist kein Ertragsbringer, sondern ein Umverteiler: Er macht Kilowattstunden, die Sie sonst für die Einspeisevergütung abgeben würden, zu Kilowattstunden, die Sie sonst teuer einkaufen müssten. Der Wertunterschied ist groß — und deshalb rechnet sich ein Speicher bis zu einer bestimmten Größe. Darüber hinaus kippt es, weil jede weitere Kilowattstunde Kapazität seltener zyklisiert wird und trotzdem voll bezahlt werden muss. Der Regler zeigt, wo dieser Punkt für eine Referenzanlage liegt:

Bestwert bei 7,0 kWh · schlechter als ohne ab 21,0 kWh
08152330
Ohne Speicher16,4 JEigenverbrauch 18 % · Autarkie 38 % · Invest 14.500 €
Mit 8,0 kWh14,1 JEigenverbrauch 36 % · Autarkie 74 % · Invest 19.300 €

Am kürzesten ist die Amortisation bei 7,0 kWh. Bis dahin bringt der zusätzliche Eigenverbrauch mehr, als gebundenes Kapital und Speicher-Betriebskosten kosten. Ab 21,0 kWh ist der Speicher schlechter als gar keiner: Er steht im Sommer voll und im Winter leer, die letzten Kilowattstunden Kapazität werden zu selten zyklisiert und müssen trotzdem bezahlt werden. Gerechnet mit 400800 € je kWh nutzbarer Kapazität netto und den Speicher-Betriebskosten aus dem Rechenkern.

Als Faustregel gilt rund eine Kilowattstunde nutzbare Kapazität je Kilowattpeak Anlagenleistung; darüber wird es im Winterhalbjahr regelmäßig ungenutztes Volumen. Zwei Dinge, die keine Amortisationsrechnung abbildet, können den Speicher trotzdem rechtfertigen: die Notstrom- oder Ersatzstromfähigkeit, wenn ein Ausfall Sie mehr kostet als die Anlage, und die Kombination mit einer Wärmepumpe oder einer Ladeinfrastruktur, die den Speicher auch im Winter arbeiten lässt. Wenn Sie beides planen, rechnen Sie die Anlage nicht separat, sondern zusammen — sonst optimieren Sie zweimal am selben Dach vorbei.

Gewerbe: Direktvermarktung, Lastprofil, Netzanschluss

6,4 Jahre
Amortisation, 100 kWp Gewerbe, ohne Speicher
15,1 %
Rendite p. a. über 20 Jahre (interner Zinsfuß)
8,5 ct/kWh
Stromgestehungskosten gegen 26 ct Bezugspreis
58 %
Eigenverbrauchsquote bei Tageslastgang

Gewerbliche Anlagen rechnen sich meist schneller als private, und das hat einen einzigen Grund: Der Verbrauch fällt dann an, wenn die Sonne scheint. Eine Produktion, eine Filiale, ein Kühlhaus oder eine Werkstatt zieht ihre Last zwischen 7 und 18 Uhr — genau im Erzeugungsfenster. Deshalb ist bei Gewerbe nicht die Dachfläche die planungsleitende Größe, sondern das Lastprofil. Drei Dinge ändern sich gegenüber der Hausanlage:

  • Ab 100 kWp installierter Leistung ist die Direktvermarktung Pflicht (§ 21 Abs. 1 Nr. 1 EEG): Der Strom geht über einen Direktvermarkter an die Börse, die Marktprämie gleicht zum anzulegenden Wert aus — abzüglich 0,4 ct nach § 53 Abs. 1 —, das Entgelt des Vermarkters bleibt als jährlicher Kostenposten.
  • Seit dem Solarspitzengesetz gibt es für Anlagen mit Inbetriebnahme ab dem 25.02.2025 keine Vergütung in Viertelstunden mit negativem Börsenpreis — ab der ersten, ohne Mindestdauer. Als Ausgleich verlängert sich die Förderdauer um die entgangenen Volllastviertelstunden. Anlagen unter 100 kW sind befreit, bis sie ein intelligentes Messsystem bekommen.
  • Statt einer Jahresverbrauchssumme braucht die Auslegung die Viertelstundenwerte aus dem registrierenden Lastgangzähler. Der Netzbetreiber gibt sie auf Anfrage heraus — daraus wird die Anlagengröße bestimmt, nicht aus der verfügbaren Fläche.
  • Der Netzanschluss ist kein Formalismus: Einspeiseleistung, vorhandene Anschlussleistung und Transformatorgröße entscheiden darüber, ob die geplante Anlage überhaupt einspeisen darf oder ob eine eigene Trafostation nötig wird.
  • Für den steuerlichen Teil gilt: Vorsteuerabzug, degressive Abschreibung und Investitionsabzugsbetrag können die Nachsteuer-Amortisation deutlich verkürzen — sie sind in dieser Rechnung bewusst nicht enthalten, weil sie vom Einzelfall abhängen.

Wenn die Netzanschlussanfrage eine eigene Übergabestation ergibt, ist das kein Grund, das Projekt zu beerdigen — es ist eine Position im Angebot, die früh bekannt sein muss. Was eine Trafostation kostet und wie lange sie dauert, steht auf der eigenen Seite dazu. Wie wir gewerbliche PV von der Begehung bis zur Inbetriebnahme abwickeln, beschreibt Photovoltaik für Gewerbe.

Was dieser Rechner kann — und was er nicht kann

Damit klar ist, worauf Sie sich stützen können und worauf nicht:

Belastbar
  • Die Struktur der Rechnung: 20 Einzeljahre mit Degradation, Betriebskosten, Wechselrichtertausch und dem Ende der Vergütung — keine Mittelwert-Näherung.
  • Die Rangfolge der Stellschrauben: Sie entsteht aus dem Rechenkern, nicht aus einer Meinung, und lässt sich mit anderen Eingaben nachprüfen.
  • Die Stromgestehungskosten: Sie hängen nur an Investition, Betrieb und Ertrag — nicht an Annahmen über Vergütung oder Strompreisentwicklung.
  • Die Größenordnung des Ertrags: DWD-Globalstrahlung 1991–2020 je Region, Performance Ratio 0,84, Ertragsfaktor aus Ausrichtung und Neigung.
Nur Richtwert
  • Die Eigenverbrauchsquote: Sie kommt aus einer Sättigungskurve über dem Verhältnis Verbrauch zu Ertrag. Verbindlich ist nur die Simulation mit Ihrem echten Lastgang.
  • Die Investitionssumme aus der Marktstaffel: Sie ersetzt kein Angebot. Tragen Sie Ihr eigenes ein, sobald Sie eines haben.
  • Der Strompreispfad: 2,5 % Steigerung pro Jahr sind eine Annahme, keine Prognose — die Sensitivitätsanzeige am Ergebnis zeigt, wie sehr Ihre Zahl daran hängt.
  • Die Übergangszeit bis zum intelligenten Messsystem: Bis Zähler, Steuerbox und bestandener Fernsteuertest vorliegen, dürfen Neuanlagen nur 60 % ihrer Leistung einspeisen. Die HTW Berlin beziffert den Verlust auf rund 1 % bei Ost/West und bis zu 9 % bei Südausrichtung.
  • Alles Steuerliche und alle Förderkredite: KfW 270, Investitionsabzugsbetrag, Abschreibung und Umsatzsteuer sind bewusst außen vor, weil sie den Einzelfall brauchen.

Zwei dieser Punkte sind neu und werden von den meisten Rechnern noch gar nicht abgebildet, obwohl sie heute schon gelten. Erstens die Kappung auf 60 % der Leistung, solange das intelligente Messsystem samt Steuerungseinrichtung nicht eingebaut und der Fernsteuertest nicht bestanden ist — sie trifft Südanlagen härter als Ost/West-Anlagen, weil dort die Mittagsspitze abgeschnitten wird. Zweitens der Wegfall der Vergütung in Viertelstunden mit negativem Börsenpreis: Er trifft vor allem Anlagen mit hohem Einspeiseanteil, also genau die Volleinspeiser, und wird durch die Verlängerung der Förderdauer nur zeitlich, nicht barwertig ausgeglichen. Beide Effekte stehen ausgeschrieben im Hinweisblock direkt am Ergebnis.

Bevor Sie mit einer Zahl in ein Gespräch gehen, lohnt ein Blick auf die zwei Größen, die den Ertrag am stärksten drücken und in dieser Rechnung als pauschaler Ertragsfaktor stecken: die Ausrichtung Ihrer Dachfläche und die Verschattung durch Nachbargebäude, Bäume, Schornsteine oder Aufbauten. Der Verschattungsrechner beziffert den Verlust über das Jahr; eine einzige verschattete Modulreihe kostet mehr Ertrag, als die meisten Angebote an Optimierung versprechen. Für Anlagen, bei denen der Blitzschutz mit auf das Dach kommt, ist außerdem der Trennungsabstand nach DIN EN 62305 zu klären — wie das sauber gelöst wird, steht auf der Blitzschutz-Seite.

Häufige Fragen zur Amortisation von Photovoltaik

Wann amortisiert sich eine Photovoltaikanlage?

Für eine typische Anlage in Deutschland liegt die Amortisationszeit 2026 zwischen 9 und 15 Jahren. Eine 10-kWp-Anlage auf einem Einfamilienhaus in Mitteldeutschland, ohne Speicher, mit 4.500 kWh Jahresverbrauch und 37 ct Arbeitspreis, kommt in dieser Rechnung auf 15,2 Jahre. Eine 100-kWp-Anlage auf einem Gewerbedach mit Tageslastgang liegt bei 6,4 Jahren, weil der Eigenverbrauch dort deutlich höher ausfällt. Entscheidend ist nicht die Anlagengröße, sondern wie viel des erzeugten Stroms Sie selbst verbrauchen — jede eigenverbrauchte Kilowattstunde ist rund fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste.

Wie berechnet man die Amortisationszeit einer PV-Anlage?

Die einfache Formel lautet Investition geteilt durch Jahresersparnis — sie ist aber systematisch zu optimistisch, weil sie vier Effekte ignoriert. Erstens verliert die Anlage Leistung: rund 1,0 % im ersten Jahr, danach etwa 0,5 % pro Jahr. Zweitens fallen laufende Kosten für Versicherung, Wartung und Messstellenbetrieb an. Drittens steht im 12. bis 15. Jahr der Wechselrichtertausch an, hier im 13. Jahr mit 130 € je kWp angesetzt. Viertens steigt der Strompreis über die Laufzeit, was die Ersparnis Jahr für Jahr größer macht — das arbeitet für Sie. Sauber ist deshalb nur die Cashflow-Rechnung: Jahr für Jahr Ertrag, Ersparnis, Vergütung und Kosten gegenrechnen und den Punkt suchen, an dem die kumulierte Summe erstmals positiv wird.

Lohnt sich Photovoltaik 2026 noch?

Ja, aber aus einem anderen Grund als vor zehn Jahren. Damals trug die Einspeisevergütung die Rechnung, heute trägt sie der Eigenverbrauch: Die Vergütung liegt bei Teileinspeisung im Bereich von 7,70 ct/kWh für kleine Anlagen, während Sie für Netzstrom 30 bis 40 ct zahlen. Die Stromgestehungskosten einer 10-kWp-Anlage liegen in dieser Rechnung bei 11,4 ct/kWh — Sie produzieren also für rund ein Drittel dessen, was Sie einkaufen. Wer eine Anlage plant, plant deshalb nicht mehr die größtmögliche Fläche, sondern den größtmöglichen Eigenverbrauch.

Welche Rendite bringt eine Photovoltaikanlage?

Die Rendite als interner Zinsfuß über 20 Jahre liegt bei privaten Anlagen typisch zwischen 4 und 8 % pro Jahr, bei gewerblichen Anlagen mit hohem Eigenverbrauch auch darüber. Die Referenzrechnung dieser Seite kommt privat auf 3,3 % und gewerblich auf 15,1 %. Das ist eine reale Rendite auf gebundenes Kapital, kein Kursgewinn: Sie entsteht aus vermiedenen Stromkosten und ist damit weitgehend unabhängig von Kapitalmärkten. Zu beachten ist, dass der interne Zinsfuß unterstellt, alle Rückflüsse würden zum selben Zinssatz wieder angelegt — für den Vergleich mit einer Anleihe ist er trotzdem die passendste Kennzahl.

Was sind Stromgestehungskosten und wie hoch sind sie bei Photovoltaik?

Stromgestehungskosten sind alle Kosten der Anlage über ihre Laufzeit, geteilt durch alle Kilowattstunden, die sie in dieser Zeit erzeugt — Investition, Betriebskosten und Wechselrichtertausch eingerechnet. Für Aufdachanlagen in Deutschland liegen sie 2026 je nach Größe zwischen 6 und 12 ct/kWh; die 10-kWp-Referenz dieser Seite kommt auf 11,4 ct/kWh, die 100-kWp-Anlage auf 8,5 ct/kWh. Der Wert ist die ehrlichste Vergleichszahl, weil er ohne Förderung, ohne Vergütung und ohne Annahmen über den künftigen Strompreis auskommt. Liegt er unter Ihrem Bezugspreis, produzieren Sie ab dem ersten Tag günstiger, als Sie einkaufen.

Verkürzt ein Stromspeicher die Amortisationszeit?

Bis zu einer bestimmten Größe ja, darüber hinaus nein. Der Speicher hebt die Eigenverbrauchsquote deutlich — bei einem Einfamilienhaus typisch von rund 18 auf 35 bis 45 % — und macht damit mehr Kilowattstunden wertvoll. Er kostet aber 400 bis 800 € je nutzbarer Kilowattstunde und verursacht eigene Betriebskosten. Der Bestwert liegt bei einer typischen Hausanlage bei etwa 0,8 Kilowattstunden Speicher je Kilowattpeak Leistung; darüber steht der Speicher im Sommer voll und im Winter leer, die zusätzlichen Kilowattstunden werden zu selten zyklisiert und verlängern die Amortisation wieder. Bei Gewerbeanlagen mit ausgeprägtem Tageslastgang kann es sein, dass gar keine Speichergröße die Amortisation verkürzt — der Regler weiter unten zeigt beides.

Was passiert nach 20 Jahren EEG-Vergütung?

Die Anlage läuft weiter, die feste Vergütung endet. Module haben typischerweise 25 bis 30 Jahre Lebensdauer und liefern nach 20 Jahren noch rund 87 bis 90 % ihrer Anfangsleistung. Für den eingespeisten Strom gibt es dann nur noch den Marktwert; diese Rechnung setzt konservativ 5 ct/kWh an. Wirtschaftlich getragen wird die Anlage danach vom Eigenverbrauch — weshalb es sich lohnt, spätestens im 18. Jahr zu prüfen, ob ein Speicher, eine Wärmepumpe oder eine Wallbox den Eigenverbrauch weiter heben kann. Wer nichts unternimmt, verkauft seinen Strom danach zu einem Viertel dessen, was er ihn kostet.

Lohnt sich Volleinspeisung oder Überschusseinspeisung mehr?

In fast allen Fällen die Überschusseinspeisung, also Teileinspeisung. Zwar liegt der anzulegende Wert bei Volleinspeisung deutlich höher — für eine 10-kWp-Anlage 12,22 statt 7,70 ct/kWh — aber jede eigenverbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Bezugspreis von 30 bis 40 ct. In der Referenzrechnung dieser Seite amortisiert sich dieselbe Anlage bei Teileinspeisung nach 15,2 Jahren und bei Volleinspeisung nach 18,1 Jahren. Volleinspeisung lohnt sich vor allem dort, wo kaum Eigenverbrauch möglich ist: bei einer zweiten Anlage auf einem Nebengebäude oder bei Dachflächen ohne nennenswerten Verbrauch dahinter. Wichtig für Gewerbedächer: Bei Volleinspeisung gibt es zwischen 10 und 100 kW keine Zwischenstufe — die Klasse 40 bis 100 kW bekommt mit 10,24 ct denselben Satz wie die Klasse 10 bis 40 kW.

Wie hoch sind die laufenden Kosten einer PV-Anlage pro Jahr?

Als Richtwert gelten 1,0 bis 1,8 % der Investitionssumme pro Jahr. Bei einer 10-kWp-Hausanlage sind das rund 328 € jährlich, verteilt auf Versicherung, Sicht- und Funktionsprüfung, den Messstellenbetrieb nach den Preisobergrenzen des § 30 MsbG und die Rücklage für den Wechselrichter. Bei gewerblichen Anlagen kommen die wiederkehrende Prüfung nach DGUV Vorschrift 3, Thermografie der Anschlusskästen und ab 100 kWp das Entgelt des Direktvermarkters hinzu; die 100-kWp-Referenz liegt bei rund 2.290 € pro Jahr. Diese Kosten sind in der Amortisationsrechnung dieser Seite bereits abgezogen — viele Rechner lassen sie weg und kommen dadurch auf zwei bis drei Jahre zu kurze Amortisationszeiten.

Was ändert sich bei gewerblichen Anlagen über 100 kWp?

Drei Dinge. Erstens entfällt die feste Einspeisevergütung: Der Strom muss über einen Direktvermarkter an der Börse verkauft werden, die Marktprämie gleicht die Differenz zum anzulegenden Wert aus, das Entgelt des Direktvermarkters bleibt als Kostenposten. Zweitens wird das Lastprofil wichtiger als die Dachgröße — maßgeblich ist, wie viel Leistung tagsüber tatsächlich abgenommen wird, und dafür braucht es die Viertelstundenwerte des Netzbetreibers statt einer Jahressumme. Drittens wird der Netzanschluss zum Planungsrisiko: Ab einer bestimmten Leistung ist ein eigener Transformator oder ein Mittelspannungsanschluss nötig, und die Netzanschlussanfrage dauert Wochen bis Monate. Wer diese drei Punkte erst nach der Angebotsphase klärt, verliert eine Bausaison. Über 1.000 kWp kommt eine vierte Hürde dazu: Dort entscheidet die Ausschreibung der Bundesnetzagentur über den Zuschlagswert — Aufdach lag Juni 2026 im Mittel bei 9,72 ct/kWh, Freifläche bei 4,79 ct/kWh.

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