RECHNER · DACHNEIGUNG · PHOTOVOLTAIK

Dachneigung ermitteln: zwei Maße genügen.

Höhe und Tiefe, Sparrenlänge und Tiefe oder die Prozentangabe aus dem Bauplan — jeder dieser Wege führt zum selben Winkel. Der Schnitt unten zeichnet Ihr Dach mit, hebt hervor, was Sie messen müssen, und liefert Grad, Prozent, Dachtyp und PV-Eignung. Ohne Anmeldung, ohne E-Mail vorher.

NDachneigungs-RechnerGrad · Prozent · PV-Eignung

Was können Sie messen?

Alle drei Wege führen zum selben Winkel. Nehmen Sie den, für den Sie die Maße schon haben — wechseln können Sie jederzeit.

Was dieser Winkel für Sie konkret heißt

Ein Winkel ist kein Ergebnis, sondern eine Weiche. Je nachdem, warum Sie gemessen haben, geht es unterschiedlich weiter — wählen Sie Ihren Fall:

Ihre Zahl heißt

Zwischen 25° und 45° kostet die Neigung in Südlage nur wenige Prozentpunkte Ertrag — der Winkel ist damit fast nie der Grund, eine Anlage nicht zu bauen. Unter 10° wird aufgeständert, und dann entscheidet nicht mehr der Winkel, sondern der Reihenabstand über die Anlagengröße.

Nächster Schritt

Rechnen Sie mit diesem Winkel weiter: erst die Dachfläche und damit die mögliche kWp, dann die Ausrichtung, die aus kWp Kilowattstunden macht.

Was wir dabei machen

Wir planen und bauen gewerbliche PV schlüsselfertig — Dachstatik, Unterkonstruktion, Netzanschluss und Anmeldung aus einer Hand, mit einer Bauleitung statt fünf Gewerken, die aufeinander zeigen.

Die Formel je Messweg — hergeleitet, nicht behauptet

Hinter jeder Neigungsberechnung steht dasselbe rechtwinklige Dreieck: die horizontale Tiefe als Ankathete, der Höhenunterschied zwischen Traufe und First als Gegenkathete, der Sparren als Hypotenuse. Welche Winkelfunktion Sie brauchen, hängt allein davon ab, welche zwei der drei Strecken Sie gemessen haben. Mehr als das ist es nicht — und genau deshalb kommt jeder der drei Wege exakt zum selben Ergebnis.

α = arctan(h ÷ b)Umkehrung: h = b × tan(α)
Beispielarctan(2,80 m ÷ 4,50 m)= 31,9° = 62 %

h ist der Höhenunterschied zwischen Traufe und First, b die horizontale Tiefe darunter. Beim Satteldach ist b die halbe Gebäudetiefe, weil der First in der Mitte sitzt — das ist der Fehler, der am häufigsten passiert: Wer die volle Gebäudetiefe einsetzt, halbiert die Steigung und landet bei einem viel zu flachen Winkel. Beim Pultdach dagegen ist b die volle Tiefe, weil die Fläche von einer Traufe zur anderen durchläuft.

Der mit Abstand häufigste Fehler steckt nicht in der Formel, sondern in der Tiefe. Beim Satteldach ist die maßgebliche Tiefe die halbe Gebäudetiefe, weil der First in der Mitte sitzt und jede Dachhälfte nur die Hälfte überspannt. Wer stattdessen die volle Gebäudetiefe einsetzt, halbiert die Steigung und landet statt bei 40° bei 21,8°. Beim Pultdach dagegen ist die volle Tiefe richtig, weil die eine Fläche von Traufe zu Traufe durchläuft. Beim Walmdach gilt für die beiden Trapezflächen dieselbe Regel wie beim Satteldach; die dreieckigen Walmflächen an den Giebelseiten haben oft eine eigene, etwas flachere Neigung.

Wenn Sie den Winkel haben, ist der nächste Schritt fast immer die Fläche. Der Dachflächen-Rechner nimmt genau diesen Wert als Eingabe und macht daraus Quadratmeter, belegbare Fläche, Modulzahl und kWp.

Drei Wege, den Winkel zu messen

Die Formel ist der leichte Teil. Der schwierige ist, an zwei belastbare Strecken zu kommen, ohne aufs Dach zu steigen. Diese drei Methoden funktionieren vom Dachboden oder vom Boden aus — sortiert nach Genauigkeit:

  1. 1In den Dachboden steigen und einen freiliegenden Sparren suchen, der von der Fußpfette bis zum First durchläuft.
  2. 2Zollstock auf die Sparrenoberkante legen und eine glatte Länge abgreifen — 1,00 m oder 2,00 m, je nach Platz.
  3. 3Vom Endpunkt dieser Strecke lotrecht nach unten messen, bis die Waagerechte zum Startpunkt erreicht ist. Wasserwaage oder Handy-Libelle hilft.
  4. 4Beide Werte oben in den Rechner: Sparrenlänge und horizontale Tiefe. Das Verhältnis ist unabhängig davon, wie lang die abgegriffene Strecke war.

Die genaueste Methode ohne Werkzeugkauf. Der Fehler steckt allein in der Waagerechten — deshalb lohnt die Libelle.

Ein Wort zur Sicherheit: Auf ein geneigtes Dach steigt man nicht, um einen Winkel zu messen. Jede der drei Methoden liefert denselben Wert von innen oder vom Boden aus, weil die Sparrenunterkante exakt dieselbe Neigung hat wie die Dachfläche darüber. Wer trotzdem hinauf muss — etwa um die Deckung zu beurteilen — braucht Anschlagpunkte und Auffangsystem nach den Regeln der Bauberufsgenossenschaft, und das ist ein Fall für den Handwerker, nicht für den Eigentümer.

Grad oder Prozent — warum das ständig verwechselt wird

Die Verwechslung hat einen einfachen Grund: Prozentangaben kennen wir als Anteil von etwas Ganzem, und 100 % fühlen sich nach „ganz“ an. Bei der Steigung ist Prozent aber kein Anteil, sondern ein Verhältnis — Höhe geteilt durch horizontale Tiefe, mal hundert. 100 % heißt deshalb einen Meter Höhe auf einen Meter Tiefe, also exakt 45 Grad. Die Skala endet dort nicht, sie läuft weiter, bis sie an der Senkrechten ins Unendliche geht.

40 %
entsprechen 22° — Regeldachneigung für Ziegel und Betondachstein
58 %
entsprechen 30° — ab hier rutscht Schnee vom Modulglas
100 %
entsprechen 45° — der Punkt, an dem Grad und Prozent auseinanderlaufen
173 %
entsprechen 60° — Prozent kennt keine Obergrenze

Praktisch relevant wird das an zwei Stellen. In Bauzeichnungen und Ausschreibungen steht das Gefälle regelmäßig in Prozent, während Dachdecker und Zimmerer in Grad sprechen — wer beides gleichsetzt, verschätzt sich im mittleren Bereich um mehr als zehn Grad und bestellt am Ende die falsche Deckung. Und bei Flachdächern ist die Prozentangabe die übliche Form: „2 % Gefälle“ heißt 2 cm Höhenunterschied je Meter, also 1,15 Grad. Die Umrechnungstabelle im Ergebnis des Rechners deckt beide Richtungen ab und zeigt zusätzlich das Verhältnis, in dem viele ältere Pläne notiert sind.

Welche Neigung welche Eindeckung verlangt

Die Neigung entscheidet nicht nur über den Ertrag, sondern zuerst darüber, ob das Dach überhaupt dicht ist. Jede Deckungsart hat eine Regeldachneigung — die kleinste Neigung, bei der sie nach den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks ohne Zusatzmaßnahmen regensicher bleibt. Stellen Sie den Winkel ein und sehen Sie, was zulässig ist:

30° = 58 %
15°30°45°60°
9 von 10 Eindeckungen sind bei dieser Neigung ohne Zusatzmaßnahme zulässig.
  • Abdichtungsbahn (Flachdach)Bitumen- oder Kunststoffbahn, vollflächig verschweißt. 2 % Gefälle sind die Empfehlung, damit kein Wasser stehen bleibt.ab 2°Regeldachneigung erfüllt
  • Stehfalz aus MetallDoppelstehfalz in Zink, Aluminium oder Kupfer. Unter 7° gehört eine Falzabdichtung hinein.ab 3°Regeldachneigung erfüllt
  • TrapezblechDer Standard auf Hallendächern. Achtung bei PV: die Befestigung erfolgt in der Sicke oder auf dem Hochpunkt, nie beliebig.ab 6°Regeldachneigung erfüllt
  • Faserzement-WellplatteHäufig auf älteren Hallen und Ställen. Vor PV immer auf Asbest prüfen lassen — Baujahr vor 1993 ist ein klares Signal.ab 7°Regeldachneigung erfüllt
  • BitumenschindelLeicht, günstig, auf Nebengebäuden verbreitet. Für Modulbefestigungen mit Dachhaken ungeeignet.ab 15°Regeldachneigung erfüllt
  • BetondachsteinSehr verbreitet im Wohnungsbau der letzten Jahrzehnte. Für Dachhaken unproblematisch.ab 22°Regeldachneigung erfüllt
  • Tondachziegel, FalzziegelDer Klassiker. Beim Setzen der Dachhaken werden Ziegel angeschliffen — Ersatzziegel bereitlegen.ab 22°Regeldachneigung erfüllt
  • Schiefer, altdeutsche DeckungAnspruchsvoll und teuer in der Reparatur. PV-Montage nur mit Handwerkern, die Schiefer beherrschen.ab 25°Regeldachneigung erfüllt
  • Biberschwanz, DoppeldeckungKleinformatig, hoher Überdeckungsgrad. Die häufigste Deckung auf denkmalgeschützten Dächern.ab 30°Regeldachneigung erfüllt
  • ReetSehr steil und brandschutztechnisch heikel — Photovoltaik auf Reet ist die Ausnahme, nicht die Regel.ab 45°nicht geeignet

Regeldachneigung heißt: die kleinste Neigung, bei der die Deckung ohne Zusatzmaßnahmen regensicher ist. Wer sie unterschreitet, braucht nach den ZVDH-Fachregeln ein regensicheres oder wasserdichtes Unterdach — technisch möglich, aber teurer und im Schadensfall die erste Frage der Versicherung.

Für die PV-Planung ist die Deckung mindestens so wichtig wie der Winkel, weil sie die Befestigung bestimmt. Auf Ziegel und Betondachstein kommen Dachhaken, die in den Sparren geschraubt und unter dem darüberliegenden Ziegel herausgeführt werden; dabei wird jeder betroffene Ziegel angeschliffen, weshalb Ersatzziegel zum Auftrag gehören. Auf Trapezblech und Stehfalz arbeitet man mit Setzbolzen oder Falzklemmen — schneller und ohne Durchdringung, dafür mit einer eigenen Statikfrage zur Blechdicke. Auf Faserzement-Wellplatten ist vor jedem Aufbau die Asbestfrage zu klären: Bei Baujahren vor 1993 gilt das Material bis zum Nachweis des Gegenteils als asbesthaltig, und dann ist keine Bohrung ohne Fachbetrieb erlaubt.

Was die Neigung für Photovoltaik bedeutet

Jetzt die Frage, wegen der die meisten hier sind: Wie viel Ertrag kostet oder bringt der Winkel? Die Kurve unten stammt aus der Ertragsmatrix des Rechenkerns, normiert auf das deutsche Optimum Süd bei 35°. Schieben Sie Ihre Neigung durch und sehen Sie, wie flach die Kurve im mittleren Bereich verläuft:

70%80%90%110%0°20°35°50°70°Bestwert 40°
SüdausrichtungOst/West gemittelt
35°
100 %Südlage
78 %Ost/West
0,2 Pp.gegenüber dem Optimum

In diesem Bereich ist die Kurve flach: Zwischen 25° und 45° liegen in Südlage nur wenige Prozentpunkte. Die Neigung ist deshalb selten der Grund, eine Anlage nicht zu bauen.

Daraus folgen drei Regeln für die Praxis. Erstens: Zwischen 25 und 45 Grad ist die Neigung fast gleichgültig — bei 45° liegen Sie in Südlage bei 99,6 % statt 100,0 % bei 35°, und der Bestwert bei 40° bringt mit 100,2 % auch nichts Zählbares mehr. Dieselbe Fläche nach Osten oder Westen gedreht fällt dagegen auf 78,4 %: Die Ausrichtung verschiebt den Ertrag um ein Vielfaches dessen, was der Winkel je könnte. Zweitens: Unter etwa 10 Grad wird aufgeständert, und dann bestimmt nicht mehr der Modulwinkel die Anlagengröße, sondern der Reihenabstand gegen Selbstverschattung — auf dem Flachdach passen deshalb je kWp 6,5 bis 9,5 m² Fläche statt 4,4 bis 4,8 m² auf dem Schrägdach. Drittens: Steile Dächer verschieben den Ertrag in den Winter, weil die Sonne dann flach steht. Für Gebäude mit Wärmepumpe oder Ladeinfrastruktur ist genau das der wertvollere Ertrag, auch wenn die Jahressumme etwas kleiner ausfällt.

  • Dachparallel ab rund 10°: Module folgen der Dachfläche, keine zusätzliche Windangriffsfläche, geringste Zusatzlast mit rund 15 kg/m².
  • Aufgeständert unter 5°: Aufstellwinkel 10–20° nach Süden oder Ost/West im Zickzack; Ballast statt Durchdringung, rund 25 kg/m².
  • Selbstreinigung: ab etwa 15° zuverlässig, darunter setzt sich am unteren Modulrand ein Schmutzstreifen ab, der den ganzen Strang bremst.
  • Schnee: ab rund 30° rutscht er vom Modulglas ab — Schneefanggitter über Eingängen, Gehwegen und Stellplätzen einplanen.
  • Verschattung schlägt Neigung: Ein einziger Baum im Süden kostet mehr Ertrag als zehn Grad Winkelabweichung.

Die beiden Werte, die jetzt noch fehlen, stehen im nächsten Rechner: die Ausrichtung macht aus Ihrer Neigung einen Ertragsfaktor für Ihre Himmelsrichtung, und der Verschattungsrechner rechnet aus, wie viel ein Baum, ein Nachbargebäude oder Ihr eigener Schornstein davon wieder wegnimmt. Ob die Konstruktion die Anlage trägt, klärt der Standsicherheitsnachweis für Photovoltaik.

Was dieser Rechner kann — und was er nicht kann

Damit klar ist, worauf Sie sich stützen können und worauf nicht:

Belastbar
  • Der Winkel selbst: exakt trigonometrisch aus Ihren zwei Strecken gerechnet, nicht aus einer Tabelle interpoliert.
  • Die Umrechnung Grad ↔ Prozent und das Verhältnis — dieselbe Rechnung, in drei Schreibweisen.
  • Die Einordnung in den Dachtyp und die daraus folgende Montageart, dachparallel oder aufgeständert.
  • Die Größenordnung des Ertragsfaktors: Richtwerte für Deutschland, Bezug Süd/35° = 100 %.
Nur Richtwert
  • Die Genauigkeit Ihrer Eingabe: Ein Grad Messfehler an der Waagerechten schlägt voll auf das Ergebnis durch.
  • Die Regeldachneigung: sie ordnet ein, ersetzt aber nicht die Beurteilung des Dachdeckers am konkreten Dach.
  • Der Ertrag ohne Standort, Ausrichtung und Verschattung — verbindlich ist eine Simulation mit Horizontlinie.
  • Dächer mit mehreren Neigungen: Pultdachreihen, Sheddächer und Walmflächen rechnen Sie je Fläche einzeln.

Ein Sonderfall lohnt die Erwähnung, weil er in Bestandsgebäuden oft auftritt: das gebrochene Dach, auch Mansarddach genannt. Es hat zwei Neigungen übereinander — unten steil, oben flach —, und für PV zählt fast immer nur die obere, flachere Fläche, weil die steile untere zu klein und zu stark verschattet ist. Messen Sie in diesem Fall beide Abschnitte getrennt. Für Gewerbe- und Hallendächer mit Sheddach oder Tonnendach planen wir ohnehin flächenscharf: Photovoltaik für Gewerbe beschreibt, wie das bei uns von der Begehung bis zum Netzanschluss läuft.

Häufige Fragen zur Dachneigung

Wie ermittle ich die Dachneigung meines Hauses?

Sie brauchen zwei Strecken, die im rechten Winkel zueinander stehen: eine waagerechte und eine senkrechte. Im Dachboden legen Sie den Zollstock auf einen freiliegenden Sparren, greifen eine glatte Länge ab — etwa einen Meter — und messen vom Endpunkt lotrecht nach unten bis zur Waagerechten. Aus diesen beiden Werten ergibt sich der Winkel über den Arkustangens. Wenn Sie stattdessen die Firsthöhe über der Traufe und die halbe Gebäudetiefe kennen, funktioniert dieselbe Rechnung mit den Gebäudemaßen. Der Rechner oben nimmt beide Varianten und zusätzlich die Prozentangabe aus dem Bauplan.

Wie lautet die Formel für die Dachneigung?

α = arctan(Höhe ÷ Tiefe). Die Höhe ist der Höhenunterschied zwischen Traufe und First, die Tiefe die horizontale Strecke darunter — beim Satteldach die halbe Gebäudetiefe, weil der First mittig sitzt. Ein Beispiel: 2,80 m Höhe auf 4,50 m Tiefe ergeben arctan(0,622) = 31,9°. Kennen Sie statt der Höhe die Sparrenlänge, rechnen Sie α = arccos(Tiefe ÷ Sparrenlänge); bei 4,50 m Tiefe und 5,30 m Sparren kommt derselbe Winkel heraus. Die Umkehrung lautet Höhe = Tiefe × tan(α).

Wie viel Grad sind 100 Prozent Dachneigung?

Genau 45 Grad. Das ist der häufigste Irrtum bei Dachneigungen: Prozent ist keine Skala von 0 bis 100, sondern das Verhältnis von Höhe zu horizontaler Tiefe, mal hundert. 100 % heißt also einen Meter Höhe auf einen Meter Tiefe — und das ist eine 45°-Schräge. Deshalb geht die Prozentskala über 100 hinaus: 50° sind rund 119 %, 60° sind 173 %, und erst die Senkrechte wäre unendlich viel Prozent. Umgekehrt sind 30° nur 58 % und 22° gerade einmal 40 %.

Wie messe ich die Dachneigung, ohne aufs Dach zu steigen?

Drei Wege funktionieren vom Boden oder aus dem Dachboden heraus. Erstens der Zollstock am Sparren im Dachboden — genau auf ein bis zwei Grad und ohne jedes Spezialwerkzeug. Zweitens der Neigungsmesser im Handy: Er liegt auf einem Brett auf der Sparrenunterkante und zeigt den Winkel direkt an, mit einer Streuung von zwei bis vier Grad. Drittens ein Foto von der Straße, seitlich zum Giebel aufgenommen: Sie messen im Bild die Firsthöhe über der Traufe und die halbe Gebäudebreite in Pixeln, der Maßstab kürzt sich heraus. Die Perspektive ist dabei die Fehlerquelle, nicht das Ablesen.

Welche Dachneigung ist optimal für eine Photovoltaikanlage?

In Deutschland liegt das Optimum bei rund 30 bis 40 Grad in Südausrichtung — das entspricht 58 bis 84 % Steigung; als Bezugspunkt rechnen wir Süd bei 35° als 100 %. Der wichtigere Befund ist aber, wie flach die Kurve daneben verläuft: Bei 40° liegen Sie bei 100,2 %, bei 45° bei 99,6 % und bei 15° immer noch bei 93,5 %. Zwischen 25 und 45 Grad entscheiden also Bruchteile von Prozentpunkten, während dieselbe Neigung nach Osten oder Westen gedreht auf 78,4 % fällt. Die Ausrichtung wiegt damit um ein Vielfaches schwerer als der Winkel — und Verschattung noch einmal mehr.

Ab welcher Dachneigung lohnt sich Photovoltaik nicht mehr?

Eine harte Grenze gibt es nicht, weil sich fast jede Neigung technisch lösen lässt. Unter 5 Grad werden Module aufgeständert, typischerweise mit 10 bis 20 Grad Aufstellwinkel nach Süden oder im Ost/West-Zickzack; das kostet Belegungsfläche durch den Reihenabstand und Dachlast durch die Ballastierung. Über 50 Grad braucht es Sonderbefestigungen, und der Sommerertrag sinkt, während der Winterertrag steigt. Kritisch wird es erst bei Nordflächen mit hoher Neigung: Eine 45°-Nordfläche liegt bei rund 54,0 % des Optimums, ein flaches Norddach mit 10° dagegen noch bei 79,0 %. Je steiler das Dach, desto teurer wird die falsche Himmelsrichtung.

Was bedeutet Regeldachneigung?

Die Regeldachneigung ist die kleinste Neigung, bei der eine Deckungsart nach den Fachregeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks ohne Zusatzmaßnahmen regensicher ist. Betondachsteine und Falzziegel liegen bei 22 Grad, Biberschwanz-Doppeldeckung bei 30 Grad, Schiefer bei 25 Grad, Trapezblech bei 6 Grad und Abdichtungsbahnen praktisch bei 2 Grad. Unterschreiten dürfen Sie diese Werte — dann verlangt die Fachregel aber ein regensicheres oder wasserdichtes Unterdach, was je nach Ausführung 15 bis 40 Euro je Quadratmeter zusätzlich kostet. Im Schadensfall ist diese Zusatzmaßnahme die erste Frage der Gebäudeversicherung.

Welche Dachneigung hat ein normales Satteldach in Deutschland?

Die große Mehrheit der Wohnhäuser liegt zwischen 30 und 45 Grad, mit einem Schwerpunkt um 38 bis 42 Grad bei Altbauten und um 25 bis 35 Grad bei Gebäuden ab den 1970er Jahren. Ein 30°-Dach fällt in unserem Katalog in die Klasse „Klassisches Satteldach“. Regional und historisch schwankt das stark: In schneereichen Mittelgebirgslagen sind steilere Dächer verbreitet, in Norddeutschland flachere, und Reetdächer liegen fast immer über 45 Grad. Die Bebauungspläne vieler Gemeinden schreiben zudem eine Spanne vor, oft 35 bis 45 Grad.

Wie wirkt sich die Dachneigung auf Schnee und Verschmutzung aus?

Ab etwa 30 Grad rutscht Schnee auf Modulglas von selbst ab, weil Glas glatter ist als jede Dachdeckung — über Eingängen, Gehwegen und Stellplätzen gehören deshalb Schneefanggitter vor die Modulfläche. Unterhalb von 15 Grad reicht die Selbstreinigung durch Regen oft nicht aus: Staub, Pollen und Ruß setzen sich am unteren Modulrand ab und bilden mit der Zeit einen Streifen, der den ganzen Strang bremst. Rechnen Sie dort mit einer Reinigung alle drei bis fünf Jahre. Die Schneelast selbst spielt für die Statik ohnehin die größere Rolle als die Module: In Schneelastzone 2 liegen rund 85 kg/m² auf dem Dach, die Anlage bringt 15 kg/m² mit.

Kann ich die Dachneigung aus dem Bauplan ablesen?

Ja, und das ist der genaueste Weg. Im Schnitt A–A ist die Neigung meist direkt eingetragen — entweder in Grad oder als Prozentangabe, gelegentlich auch als Verhältnis wie 1:2. Steht nichts dabei, greifen Sie im Schnitt die Firsthöhe über der Traufe und die halbe Gebäudetiefe ab und rechnen den Arkustangens. Bei Bestandsgebäuden sind die Bauunterlagen beim Bauordnungsamt einsehbar; beim Neubau liefert sie der Architekt. Vorsicht bei Verhältnisangaben: 1:2 bedeutet in Bauzeichnungen meist eine Höhe auf zwei Tiefe, also 26,6 Grad — nicht 50 Prozent Winkel.

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